Feedback und Mitgestaltung


Schülervertretung in der Grundschule

»Kinder nehmen das Amt sehr ernst«

Die SchülerInnenkammer Hamburg hat Grundschulen zur Schülermitwirkung befragt

Das Schulgesetz sieht vor, dass in Grundschulen alters- und entwicklungsgemäße Formen der Schülermitwirkung eingerichtet werden können. Erfreulich viele Grundschulen haben in diesem Fall einen unverbindlichen Gesetzesparagraphen mit Leben erfüllt.

Wer sich ernst genommen fühlt, der leistet auch mehr – für sich und auch für die Menschen um sich herum. Das ist in der Schule nicht anders als sonstwo in unserer Gesellschaft. Und ernst genommen wird man dann, wenn man in Entscheidungen eingebunden wird, wenn man mitreden und mitmachen kann.

Mitspracherechte von Schülerinnen und Schülern in der Schule sind auch deshalb notwendig und müssen ausgebaut werden.

Denn nur wer lernt, sich einzubringen, Entscheidungen zu fällen und zu unterstützen, der lernt auch, mit demokratischen Spielregeln umzugehen. Je früher, desto besser. Deshalb muss bereits in der Grundschule damit begonnen werden, Kinder in Entscheidungen einzubeziehen.

So wie an der Schule Lämmersieth. Dort treffen sich die Klassensprecherinnen und Klassensprecher aller Klassen etwa alle zwei Wochen zum gemeinsamen »Kinderrat«. Sie besprechen Möglichkeiten zur Problem- und Konfliktlösung, schlagen Anschaffungen für die Schule und den Schulhof vor und planen Feste oder Sportveranstaltungen.

Das alles zunächst unter Leitung von Schulleiterin Edelgard von Raußendorff, die die Verantwortung jedoch mehr und mehr dem im Kinderrat gewählten »Schulsprecher« und der gewählten »Schulsprecherin« in die Hände geben will, sobald diese eingearbeitet sind.

Die Schule Lämmersieth ist nur ein Beispiel von vielen. SchülerInnenvertretung ist an Grundschulen kein Fremdwort – so das Ergebnis einer Umfrage der SchülerInnenkammer an allen Grundschulen.

So hat die Schule Brehmweg bereits seit 1995 eine »Kinderkonferenz«, in der Schule. Im Müssenredder trifft sich das »Kinderparlament« seit 1996. Erfreulich: Überall werden die Kinder ernst genommen und haben bereits einiges erreicht. An der Schule Brehmweg beispielsweise haben sie sich für einen schöneren Schulhof eingesetzt – und ihn bekommen. Schulleiterin Ursula Böttcher: »Die Arbeit mit dem Kinderrat bereichert den Schulalltag. Sie macht auch uns sehr viel Spaß.«

Die Grundschulen selbst haben positive Erfahrungen mit Schülermitbestimmung gemacht. Lämmersieth-Schulleiterin von Raußendorff lobt »das große Engagement des Kinderrats im Einsatz für die Belange der Mitschülerinnen und Mitschüler und der Schule« sowie »die erfreuliche Selbständigkeit und den Erfolg bei der Arbeit.« »Die Kinder nehmen das Amt sehr ernst«, fügt Jutta March, Schulleiterin der Schule Müssenredder, hinzu.

Viele Grundschulen planen Formen der Schülermitwirkung ins Schulprogramm aufzunehmen. An der Schule Kielortallee will man darüber hinaus die bestehenden Möglichkeiten (Klassenrat, Kinderkonferenz und Schülerzeitung) im Rahmen der Schulprogrammentwicklung noch erweitern. Denn auch hier waren die Erfahrungen außerordentlich positiv.

Genau diese Erfahrungen sollen nun auch anderen Grundschulen Anlass sein, Kinderkonferenzen, Klassenräte oder ähnliches einzuführen. Die SchülerInnenkammer will in diesem Jahr ein Treffen mit Schulleitungen und Lehrerinnen und Lehrern durchführen, das dem Erfahrungsaustausch dient und wenig erfahrenen Schulen Anregungen bieten kann.

Steven Galling,
SchülerInnenkammer Hamburg,
Brucknerstr. 1,
22083 Hamburg


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